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Geschichte unserer Schule

1693 war eines der Katastrophenjahre in der Heppenheimer Stadtgeschichte. Seit 1688 versuchte "Sonnenkönig" Ludwig XIV., mit kriegerischen Mitteln rechtlich unhaltbare Erbansprüche seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte (Lieselotte von der Pfalz) durchzusetzen. Bereits 1689 war dem Pfälzischen Krieg unter anderem das Heidelberger Schloss zum Opfer gefallen und auch Heppenheim war von französischen Truppen geplündert worden. Im Jahr 1693 nun verursachten plündernde Soldaten unter Marschall de Lorges in Heppenheim einen Stadtbrand, der insbesondere um den Großen Markt weite Teile der Bebauung vernichtete. Auch das Rathaus, von dem nur das steinerne Untergeschoss erhalten blieb, sowie die Gebäude der früheren Klostervogtei wurden zerstört. Der Amtshof, Wohnsitz des Burggrafen der Starkenburg, Freiherr von und zu der Hees, war damals gleichfalls abgebrannt, weshalb der Burggraf am Platz der früheren Kollektur neu baute und ein Stadtschloss errichten ließ. Sein Wappen über dem Portal der Schloss-Schule erinnert noch heute an die Entstehungsgeschichte des Gebäudes.

Es war schon damals ein Platz mit langer Geschichte, auf dem der stattliche (zunächst zweigeschossige) Bau errichtet wurde. Der Ort Heppenheim wurde bereits im Jahr 755 in einer Urkunde genannt, und alles spricht dafür, dass der günstig gelegene Platz mit weitem Blick in die Rheinebene bereits zum ältesten besiedelten Gelände gehörte. Dr. Heinrich Winter schloss aus den von ihm untersuchten Kellern und Fundamenten auf eine fränkische Fliehburganlage als älteste Bebauung. Wie diese Burganlage ausgesehen hat, lässt sich freilich nicht zuverlässig rekonstruieren.

Als Standort der Klostervogtei hatte der Platz eine nicht nur topographisch herausragende Stellung in einer Zeit, in der die Stadt zu den Besitzungen des Reichsklosters Lorsch gehörte (woran noch heute das Lorscher Kreuz im Stadtwappen erinnert). Erst in Heppenheims Kurmainzer Zeit wurde mit dem Bau des Amtshofs im 13. Jahrhundert ein moderneres Bauwerk Sitz der Verwaltung; der alte Klosterhof verlor an Bedeutung. Später residierte hier die Kollektur, die zwischen 1564 und 1683 die in der Reformationszeit eingezogenen Kirchengüter im Oberamt Starkenburg verwaltete.

Geschichte 2

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